Herr Bundespräsident,

Zu Beginn Ihres Staatsbesuchs in unserem Land möchte ich gerne betonen, wie sehr sich die Königin und ich freuen, Sie und Ihre Frau als unsere Gäste zu begrüßen. 

Wir kennen uns gut und sehen uns regelmäßig. Im Laufe der Jahre haben sich persönliche Bande und Vertrautheit zwischen uns entwickelt. Ich glaube, ich darf sagen: Wir fühlen uns wohl in der Gesellschaft des anderen. Jenseits des Zeremoniells schlägt ein Herz, das mit Freundschaft erfüllt ist. 

Sie besuchen unser Land in Zeiten großer Unsicherheiten. Während die Wogen des Weltgeschehens hochschlagen, erleben wir, dass vertraute Anker den Stürmen weniger trotzen als gedacht. 

Unsere beiden Länder stehen vor denselben Aufgaben. Wir müssen uns auf der europäischen und auf der Weltbühne neu orientieren. Und wir müssen neue Kräfte freisetzen, um das zu schützen, was uns wichtig ist: unsere Freiheit, unser demokratischer Rechtsstaat, unser Wohlstand, eine gute Zukunft für unsere Kinder.

Ihr Staatsbesuch hätte deshalb zu keinem besseren Zeitpunkt stattfinden können. Denn wenn es eine Gewissheit inmitten aller Unwägbarkeiten gibt, dann die: Deutschland und die Niederlande sind dann am stärksten, wenn sie an einem Strang ziehen. 

Jetzt kommt es darauf an, dass wir diese guten Bande noch weiter festigen. Und ich füge hinzu: Wir empfinden das nicht als Pflicht, sondern als eine große Freude! 

Sie, Herr Bundespräsident, hatten immer einen Blick für die positive Dynamik, die unsere beiden Länder zusammen entfachen. Dafür sind wir Ihnen dankbar. Wir möchten nichts lieber, als gemeinsam mit Ihnen und mit allen Ihren Landsleuten das Vertrauen in die Zukunft stärken. 

Ihr Staatsbesuch leistet dazu einen besonders wertvollen Beitrag. Wir werden zusammen unserer gemeinsamen Vergangenheit gedenken. Und der Lehren, die gerade auch heute wieder aus ihr zu ziehen sind für die grundlegende Bedeutung der Menschenrechte, der Gleichwertigkeit und der Demokratie.

Außerdem werden wir uns ausführlich mit den wirtschaftlichen, logistischen und sozialen Verbindungen zwischen unseren Ländern beschäftigen.

Wenn man heute über Deutschland spricht, geht es oft um Sorgen und Probleme. Wir sehen beim Blick hinter die Grenze aber auch noch etwas anderes. Wir sehen ein Land mit Widerstandskraft und Innovationsfähigkeit. Mit Menschen, die Rückschläge überwinden und über sich hinauswachsen. 

Deutschland ist nach wie vor eine der tragenden Säulen von Wirtschaft, Wissenschaft und Demokratie in Europa und auf der ganzen Welt. Ein Land, auf das man sich verlassen kann.

Deutschland unterschätzt sich manchmal. Wir tun das nicht!

Darum sage ich: Willkommen in den Niederlanden! Uns stehen drei schöne und intensive Tage bevor. Wir freuen uns darauf!